Betrifft Kinder

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Ein dem Entwurf eines Farbenprojekts, den Brigitte Rametsteiner bei einem Elternabend vorstellte, kam ein Farblabor vor. Die Idee gefiel den Eltern, und sie stellten leihweise Gegenstände zur Verfügung, ohne die kein Labor auskommt. Merke: Wenn man die Eltern informiert, helfen sie gern. Brigitte Rametsteiner berichtet über ein Farblabor im Kindergarten.

Für das Farblabor bekamen wir von den Eltern zehn Eprouvetten. Das sind Reagenzgläser, einseitig verschlossene, dünnwandige Glasröhrchen für chemische Versuche, und einen Ständer für die Röhrchen. Außerdem eine Spritzflasche und drei Pipetten. Sozusagen die Grundausstattung. All das wurde von den Kindern interessiert begutachtet, und sie fragten: »Was macht man damit?«

Was eine Pipette ist, wussten sie, weil wir diese feinen Saugrohre bei allerlei Wasserspielen gebraucht hatten. Sebastian wusste, dass man »so was« auch in einem Labor braucht. Das war das Stichwort: Wir erfinden uns ein Farblabor.
Weitere Gefäße, buntes Krepppapier und Wasser stellte ich den Kindern hin, und es dauerte nicht lange, da begannen sie, mit dem Papier Wasser zu färben. Dieses Verfahren – Farbe vom Papier ins Wasser zu »transportieren« – ist für die Kinder gut geeignet, weil sie zusehen können, wie das Papier an Farbe verliert und das Wasser an Farbe gewinnt. Danach untersuchten die Kinder sowohl die trockenen als auch die nassen Papierreste und stellten fest, was und wie viel von der Farbe im Papier übrig geblieben war.


Aber was passierte mit dem gefärbten Wasser?
Zuerst wurden die vorhandenen Farben in die Glasröhrchen geträufelt. Aber Niklas und Jan experimentierten weiter.
Niklas: »Gib Wasser dazu, dann wird es heller.«
Jan: »Niklas, ich halte, und du drückst auf die Flasche, denn dann geht es besser.«
Bald darauf begannen einzelne Kinder, die Farben zu mischen. Es wurde geträufelt, untersucht und spekuliert, was wohl herauskommen würde.



Farbe ist für das Auge wie Musik für das Ohr

Es ist gut, einen Chemiker in der Familie zu haben. Unser Bestand an chemischen Laborgefäßen erweiterte sich. Hinzu kamen: ein Bechermessglas, ein Zylinder, Erlenmeyerkolben, weitere Reagenzgläser mit Gestell, Faltenfilter, Kochkolben, Trichter und ein Drei-Hals-Kolben. Der gefiel Alex besonders: »Das ist ein cooles Glas! Da können wir zu dritt gleichzeitig was hineinschütten!«
Jan: »Nicht schütten!«
Alex: »Ja, tröpfeln….«
Ob gezielt gemischt, ob durcheinander geschüttet oder mit Wasser verändert – das Experimentieren im Labor faszinierte alle Kinder.
Sebastian: »Wenn man verschiedene Farben vermischt, wird es braun und schaut schmutzig aus. Wenn man es ins Licht hält, ist es wieder eine Farbe.«



Zauberei: Oben blaue Farbe, unten klares Wasser

Die Experimente im Farblabor verblüfften die Kinder. Wieso verschwand das Blau? Tierkohle, eine Substanz, die Bakterien – in unserem Fall Farbpigmente – absorbiert, wurde mit Wasser verrührt, mit blauer Farbe gemischt und gefiltert. Siehe da: Weg war das Blau. Einfach verschwunden.
Nun wollten natürlich alle »zaubern« und es den Kindern vorführen, die nicht dabei waren. Es folgten viele Demonstrationen, und jeder Zauberer war er-leichtert, wenn es tatsächlich klappte. Christoph wollte das Experiment demnächst beim Geburtstag der Großeltern vorführen: »Die werden staunen, wenn ich oben schwarzes Wasser einfülle, und unten kommt klares Wasser heraus! Aber vorher muss ich noch üben…«
Unser Farblabor erfreute sich großer Beliebtheit und war stark frequentiert. Die jüngeren Kinder hatten viel Freude daran, mit der Pipette Farbe in verschiedene Gefäße zu träufeln. Manche mussten sich dabei ganz schön plagen – eine gute Übung zur Kräftigung der Fingermuskulatur –, zeigten aber Ausdauer und freuten sich, wenn es gelang.





www.farbimpulse.de
Online-Magazin zum Thema Farbe in Wissenschaft und Praxis. Interessante Fragen wie »Warum ist die Farbe Blau so beliebt?« oder »Warum Obst nach dem Schälen braun wird« werden kurz und prägnant beantwortet.

www.farbdesigner.de

Die Renovierung des Kindergartens steht an? Da kann der Farbdesigner helfen. Der Farbdesigner ist eine kostenlose Online-Anwendung, mit der man anhand von Beispielszenen Außenfassaden oder Innenräumen einfach und schnell gestalten kann. Auf der Website entsteht ein erster Eindruck über die Wirkung eines Raums: in den Wunschfarben.

Den vollständigen Beitrag können Sie in unserer Ausgabe Betrifft KINDER 05-06/07 lesen.

 

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