Betrifft Kinder

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Es gibt 100 Möglichkeiten, die Welt mit Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren zu erforschen. Brigitte Rametsteiner beschreibt, welche Wege die Kinder ihrer Gruppe beschritten, und hörte ihnen zu. Die Serie begann in Heft 1-2/08.

»Rumänien ist kein Land, in das man reist, um dort gewesen zu sein – wie etwa Italien oder Spanien: Viel eher ist es eine Welt, die man bewusst erleben muss, um sie zu sehen und zu verstehen: die naturverbundenen Menschen, ihre Liebe zur Musik, zum Volkstanz und zur Heimat. Ihre tief verwurzelten Sitten, ihren Glauben und ihren Aberglauben. Und die wechselhafte, eigenartig-schöne Landschaft.« So beschreibt die Kinder- und Jugendbuchautorin H. Grit Seuberlich das Land, in dem sie aufwuchs. Mich verbindet eine langjährige Brieffreundschaft mit ihr, die ich nicht missen möchte, weil ich als Jugendliche dadurch einen ganz anderen Zugang zu Büchern bekam.
Seit vielen Jahren lebt die Autorin in Deutschland, »aber in der Erinnerung erscheint ihr die Heimat der Kindheit ein wenig wie das Land aus Tausendundeiner Nacht«, las ich auf dem Umschlag eines ihrer Bücher.


Besuch aus Rumänien

Als wir unsere Bosnien-Kroatien-Reise beendet und die Koffer für Rumänien gepackt hatten, meinte Nikola: »Ich fang schon mal an, die Fahne zu malen.«
Die Kinder wollten wissen, wo Rumänien liegt, holten den Globus, und Amin sagte: »Ich hole die Landkarte, denn da sieht man alles größer und weiß, wo man hinfahren muss.«
Landkarten, ein Bildband, Ansichtskarten, Bilder, CDs, Kunsthandwerk, Geld und Bilderbücher vermittelten Informationen und erste Eindrücke von dem Land, in dem Amadeas Mutter ihre Wurzeln hat. Sie lebt schon viele Jahre bei uns in Österreich, aber sie stammt aus Bukarest, der Hauptstadt Rumäniens.

Gerade war Amadeas rumänische Großmutter zu Besuch in Linz, und wir luden sie ein, uns im Kindergarten zu besuchen und uns von ihrem Land zu erzählen. Sie sagte zu, und die Kinder waren sehr neugierig. Einige überlegten schon, was sie Amadeas Oma fragen wollten…
Mimi: »Gibt es dort eine Statue vom Grafen Dracula?«
Nikola: »Vielleicht war sie schon mal auf der Burg vom Dracula…«
Elena: »Ob es dort noch Pferde und Ritter gibt?«
Mimi: »Ich möchte wissen, was es dort für Häuser gibt.«
Anna: »Ob sie die Donau schon gesehen hat?«
Magdalena: »Wenn sie dort in der Stadt wohnt, muss sie sie schon gesehen haben.«
Mimi: »Ich meine, ob sie die Donau bei uns in Linz schon gesehen hat – unsere Donau!«
Amin: »Ich werde sie fragen, ob die Donau in Rumänien tiefer und größer ist.«

Eines Tages war es dann so weit. Amadea wurde von Mutter und Großmutter in den Kindergarten begleitet. Mutter heißt auf Rumänisch Mamaia, und Großmutter heißt Bunica.
Die Bunica bedauerte, dass sie kaum Deutsch spreche, aber Amadeas Mamaia übersetzte, und so gab es keine Verständigungsprobleme.


Ein Elefant im Spinnennetz

Julia ging gleich auf die Großmutter zu, nahm sie bei der Hand, führte sie zur Europakarte, zeigte ihr Bukarest mit den Worten: »Ich weiß schon, wo du wohnst«, und ließ es sich bestätigen.
Die Großmutter kam nicht mit leeren Händen. Sie hatte uns eine rumänische Fastenspeise – mit Marmelade gefüllte Taler – und einen rumänischen Apfelkuchen mitgebracht. Kulinarische Spezialitäten sind bei den Kindern immer sehr beliebt. Zu rumänischer Musik ließen wir uns die Köstlichkeiten schmecken.
Die Kommentare der Kinder: »Am besten haben die großen Runden geschmeckt… Das war was Besonderes… Das war eine Spezialität… Das möchte ich öfter essen…«

Danach musste Amadeas Großmutter viele Fragen beantworten: Wie sie nach Linz gekommen war, wie viele Stunden sie unterwegs war, wie lange sie bleibt, wie es ihr bei uns gefällt, ob sie Dracula begegnet ist, ob sie seine Burg gesehen hat, was man in Rumänien isst und trinkt, ob sie schon an der Donau war, ob ihr unsere Donau gefällt, ob das Schwarze Meer schwarz ist, wann sie wieder nach Linz kommt…
Mit Mutter und Großmutter sang Amadea uns ein rumänisches Lied vor: »Un Elefant«. Als sie gefragt wurde, ob sie das Lied auch auf Deutsch singen könnte, tat sie das mit ihrer Mutter: »Ein Elefant im Spinnennetz…«






www.rennkuckuck.de
Unglaublich umfangreiche und mit vielen interessanten Details gespickte Website über Rumänien. Neben Reiseberichten und Tipps gibt es sogar eine Mitfahrbörse. Weil Bilder mehr als Worte sagen: Durchklicken zu einer tollen Fotoserie über > Reisen > Fotoserien.

www.transylvaniatravel.net
Transsilvanien – allein beim Klang des Namens möchte einem das Blut in den Adern gefrieren. Man denkt an einsame Bergtäler, hört Wölfe heulen, und im bleichen Licht des Vollmonds treibt Graf Dracula sein Unwesen. Das Land der Bären und Vampire, in dem die Menschen unter Knoblauchzöpfen schlafen, viel Speck und Schnaps verbrauchen – mit diesen Klischees räumt der Spezialist für Rumänienreisen gründlich auf.

www.deutsch-rumaenische-gesellschaft.de
Der Verein verfolgt den Zweck, die deutsch-rumänischen Beziehungen partnerschaftlich zu vertiefen und will unter anderem das Wissen der Deutschen über die Rolle Rumäniens im Kulturkreis Europa verbessern, Familienkontakte herstellen und den Jugend- und Schüleraustausch fördern.

www.turism.ro
Seit 1989 können Touristen wieder frei nach Rumänien reisen. Grundlegende Informationen für eine solche Reise bietet diese Seite.

 

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